5. Tag der Jubiläumswoche cari-treff

Wie angekündigt hielt am gestrigen Donnerstag der cari-treff seine Türen geschlossen. Ein Tagesausflug für das ganze cari-treff-Team war geplant. Um 8:30 Uhr ging es mit über 30 Frauen und Männer in Richtung Bergbau-Museum nach Bochum, in dem eine Führung gebucht war. Auf der Busfahrt gute Gelegenheiten die ersten Schwätzchen zu halten.
Die gelungene simulierte Einfahrt in den Schacht vermittelte einen ersten Eindruck dieser anderen Welt. Für manchen waren es ganz neue Einblicke und Berührungen in den Arbeitsalltag der Bergleute Untertage. Für andere, fast wehmütige, Erinnerungen an die eigene Zeit "vor Ort" oder das Nachvollziehen der Arbeitsbedingung der eigenen Väter. Selbst der Geruch passte, so ein gestandener Bergmann aus unseren Reihen. Beeindruckt von den Maschinen, dem Lärm, den Temperaturen und der Geschichte des Steinkohlebergbaus von seinen Anfängen bis heute - und sein anstehendes Ende in diesem Jahr, verließen wir gegen 11:30 Uhr das Museum.
Das nächste Ziel war das "Seitenblick", ein Restaurant in Bochum Stiepel mit sehr schönem Ambiente. Im Vorfeld der Reiseplanung waren die gewünschten Gerichte erfragt. Zur Erinnerung, wer was vorbestellt hatte, gab es von Magdalene Mundt kleine liebevoll gestaltete Erinnerungs-Menükärtchen. Eine Getränkekarte ohne Cola rief Erstaunen hervor, ebenso die servierten Menüs und der anschließende Nachtisch. Einfach sehr leckere, liebevoll zubereitet und dekorierte Speisen. Es schmeckte allen sehr gut. Und der Nachtisch war ein wirklich krönender Abschluss, sowohl für´s Auge wie auch für den Gaumen. Nach gestilltem Hunger sprachen Frau Kohler und Herr Riedel ihren Dank an dies tolle Team aus. Dieser fand in folgender Kurzgeschichte seinen Rahmen.
Ein König erhielt die Nachricht, bald zu sterben. Mit dieser Nachricht wurde ihm zugleich der Becher mit dem Wasser des Lebens überreicht. Er solle es trinken, wenn er nicht sterben wolle. Diese Entscheidung mochte der König nicht ohne seine Berater treffen. Bis auf einen rieten ihm alle, das Wasser des Lebens zu trinken. Dieser eine fragte den König, ob er den Becher mit dem Wasser des Lebens allein trinken solle - oder sollen seine Freunde ihn mit ihm leeren? Ich soll ihn allein trinken, gab der König zur Antwort. Der Weise: "Dann trinke ihn nicht, denn ohne Gemeinschaft - ist der Mensch tot."
Diese Gemeinschaft, die der Mensch zum Leben braucht und ohne die er stirbt, sie ist in den Tagen der Festwoche, wie auch in der Vergangenheit, spürbar und schafft eine besondere Atmosphäre im cari-treff, nicht nur im Team, sondern auch bei den Gästen und Kunden im cari-treff.
Ein wenig fromm wurde es auch, mit Bezug auf das Buch "Islam ist Barmherzigkeit" in dem herausgestellt wird, dass Barmherzigkeit ein Wesensmerkmal Gottes ist. Wie passend zum Jahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus ausgerufen hatte. Die Gemeinschaft, die im cari-treff durch das Team angeboten wird, sie ist getragen von der Haltung der Barmherzigkeit, so drückten es Frau Kohler und Herr Riedel aus. "Was für ein Schatz sind sie, das Team des cari-treff, für uns, für die Gäste - für Kamp-Lintfort."
Gestärkt an Leib und Seele wurde der Kemnader Stausee angesteuert, mit einer Bootsrundfahrt auf der MS Schwalbe II. Die Fahrt auf dem Stausee der Ruhr, inklusive zweier Schleusengänge und dem
Nachmittagsgetränk schützte vor Regen und Hagel und ließ auch die Sonne genießen - April eben! Dass diese Gemeinschaft einem Menschen sicheren Boden unter die Füße gibt, nicht nur gesagt, sondern erlebt.
Eine besondere Bootsfahrt für alle, für manchen mit erstmaligen Erlebnissen, besonderen Eindrücken, viel Freude und Lachen in den Gesichtern.
Schade war, dass ein Teammitglied stellenweise nicht die Anwege mitlaufen konnte und die Zwischenzeit im Bus warten musste, dabei gedanklich von den anderen nicht vergessen war.
Sicher und angenehm fuhr unser Busfahrer Jürgen dann wieder Richtung Kamp-Lintfort, setzte uns alle wohlbehalten wieder ab. Ihm auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!
Ein besonderes "Dankeschön" an Magdalene Mundt, der Hauptorganisatorin dieses schönen Tages!
Text: Thomas Riedel, Pastoralreferent St. Josef, Kamp-Lintfort